Die Bibliophilie und ihre antiken Wurzeln

Bücher sind die Quelle menschlichen Wissens. Sie sind Produkte unserer Geschichte, unserer Sprache, der gesamten menschlichen Entwicklung. Sie galten und gelten als Ausdruck von Bildung und Intellekt – ein kostbares Kulturgut.

Bibliophilie_Wurzel

Die Bibliophilie, also „die Liebe zum Buch“, bezeichnet das Sammeln besonderer Bücher hauptsächlich für den Privatbesitz. Die Bücher sind dabei häufig von optischer Schönheit, besitzen Seltenheitswert oder haben aufgrund ihres Alters einen Sammler-bzw. Geldwert.

Aristoteles: Bibliophiler und Bibliothekengründer

Wo die Geschichte der Bibliophilie ganz genau beginnt, ist unklar. Doch zu den ältesten Spuren menschlicher Kultur und Schriftsprache gehören wohl unter anderem, die Funde ägyptischer Papyrusrollen, die bereits zu Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. verbreitet waren. Auch in Griechenland war Papyrus für die Erstellung von Texten der griechischen Antike von großer Bedeutung. So lässt sich wohl bereits Aristoteles als Bibliophiler bezeichnen, da er sich im Rahmen seiner Philosophenschule schon als Bibliothekar durch das systematische Sammeln von Schriften und Papyrusrollen hervortat. So wurde er zum Schöpfer und Vorreiter unserer heutigen Bibliotheken.

Bibliophilie_Aegypten

Die berühmteste Bibliothek der Antike

Als bekannteste Bibliothek der klassischen Antike gilt die sich in Ägypten befindliche Bibliothek von Alexandria. Sie entstand in der Tradition athenischer Philosophenschulen und verfügte Quellen zufolge Mitte des 3. Jahrtausends vor Christus bereits über einen Buchbestand von 490.000 Schriftrollen. Darunter befanden sich auch einige aristotelische Werke, die die Bibliothek gekauft hatte. Die gesamte Sammlung der Alexandrinischen Bibliothek umfasste Werke aus allen Bereichen der damaligen Weltliteratur, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln angekauft und extra von bibliothekseigenen Gelehrten ins Griechische übersetzt wurden. Teilweise wurden sogar Schriftrollen bei deren Besitzern ausgeliehen und später nur Abschriften anstatt der Originale zurückgegeben, um die Sammlung der Bibliothek ständig zu erweitern.

Bibliophile Römer

Neben Bibliophilen, die ihre Bücher lesen, sammeln oder einfach nur besitzen um des Besitzens willen, gib es auch Menschen, die sich durch das Schreiben von eigenen Büchern zu Bibliophilen machen. Der Bedeutendste von ihnen war Cicero, der nicht nur einer Sammelleidenschaft frönte, sondern auch selbst Bücher verfasste. Der Briefwechsel mit seinem Freund Atticus besteht aus 16 Bänden und umfasst Einblicke in die politische Situation der Römischen Republik sowie sehr private Details aus dem Leben der beiden Männer. Er verfasste außerdem politische und philosophische Werke und prägte beträchtlich die Briefkultur Europas.

Der Urheber dieses Artikels ist Auctionata Auktionen AG. Auctionata ist ein Online Auktionshaus und bietet antike Sammler- und Kunstobjekte bei Live-Auktionen oder in dem Online Shop an.

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Über Martina Berg (403 Artikel)
Gebrauchtbuchhändlerin, Fotografin, Autorin und Bloggerin aus dem Lipperland. Mein Internet-Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte finden Sie rechts im Menü.

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