Welche Bücher verkaufe ich als privater Anbieter wo am besten? Teil 1: Antiquariate

Mal ehrlich: wie viele von den Büchern, die Ihre Bücherregale verstopfen, werden Sie wohl nochmal lesen? Oder an Freunde ausleihen? Oder überhaupt wieder in die Hand nehmen (außer vielleicht zum Abstauben)? Warum sortieren Sie diese „Regal-Leichen“ nicht aus, verkaufen die Bücher und besorgen sich dafür neuen Lesestoff? Sie wissen nicht, wie? Okay, dann sind Sie hier genau richtig: ich zeige Ihnen in einer kleinen Artikelreihe, wo und wie Sie als privater Verkäufer Ihre Bücher loswerden.

Foto: © Thomas Sztanek - Fotolia.com

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Es gibt schnelle, einfache, kompliziertere, aufwändigere, ertragreiche und billige Möglichkeiten. Ich erkläre Ihnen die einzelnen Absatzwege mit allen Vor- und Nachteilen.

Hier zunächst eine kleine Übersicht der in der nächsten Zeit geplanten Artikel. Diese werden in unregelmäßigen Abständen erscheinen, unterbrochen von anderen Beiträgen und Meldungen. Am besten abonnieren Sie meinen Blog, um keinen Beitrag zu verpassen.

1. Antiquariate
2. Amazon
2.1. Marketplace
2.2. Eintauschen gegen Gutscheine
3. ebay
3.1. Auktion
3.2. Festpreis
4. booklooker
5. Ankaufsportale für Bücher (Momox, Rebuy, sellorado & Co.)
6. Kleinanzeigen
6.1. Printmedien
6.2. Internet
7. Flohmarkt
8. Tauschportale
9. Social Media (facebook, twitter, XING und Pinterest(

Bücherverkauf an Antiquariate

Gerade in Städten bietet sich als erste Anlaufstelle für den Verkauf gebrauchter Bücher ein Antiquariat mit Ladengeschäft an. In größeren Orten gibt es meist mehrere Antiquariate oder auch Buchhandlungen mit einer Antiquariatsabteilung.

Reine Antiquariate sind meist auf einige wenige Fachgebiete spezialisiert und kaufen häufig auch nur aus ihren Spezialgebieten an. Bevorzugt nehmen sie ältere und seltene Bücher, besonders gern komplette Spezialbibliotheken. Nur selten sind sie auch Abnehmer aktueller Bestseller, moderner Romane oder gar Taschenbücher. Es gibt aber auch von dieser Regel Ausnahmen wie spezielle Taschenbuch-Antiquariate oder Gebrauchtbuchhändler mit guter Lauflage.

Bevor Sie nun einem Antiquar mit ihren Bücherkisten „auf den Leib rücken“, sollten Sie sich vor Ort im Laden einmal umschauen und den Händler fragen, ob und welche Bücher er ankauft. Oder Sie informieren sich vorab im Internet (die meisten Antiquariate haben eine Homepage) und fragen per E-Mail an.

Recherchieren Sie im Vorfeld den Marktwert Ihrer Bücher im Internet über eine der folgenden Büchersuchmaschinen:

http://www.eurobuch.com
http://www.vialibri.net

Achten Sie bei Ihrer Suchanfrage neben Autor und Titel auf das Erscheinungsjahr, den Verlag und den Erhaltungszustand. Hier kann es erhebliche Preisunterschiede geben! Bedenken Sie, dass es sich hier um VERKAUFSPREISE an den Endabnehmer handelt. Und sortieren Sie die Suchergebnisse nach Preisen – NIEDRIGSTER Preis zuerst! Ein Händler, der vom Verkauf gebrauchter und antiquarischer Bücher leben muss, kann Ihnen höchstens 30 bis 40 % des möglichen Verkaufspreises zahlen, damit er selber noch etwas verdient. Schließlich muss er seine Betriebskosten und seinen Lebensunterhalt vom Gewinn finanzieren.

Trotzdem lohnt es sich, besonders seltene Werke einem spezialisierten Händler anzubieten: dieser zahlt meist bar und bewertet fair. Für Sie als Privatverkäufer ist es häufig schwer, für ein spezielles Werk auch einen passenden Käufer zu finden.

Wenn der Antiquar nach Ihrer ersten Anfrage Interesse bekundet, dann können Sie mit Ihrer Bücherkiste direkt zu Ihm gehen und erhalten in der Regel gleich Bargeld für die Bücher. Bei größeren Bibliotheken kommt er auch gern zu Ihnen, um die Bücher zu begutachten und zu kaufen.

Vorteile Verkauf an ein Antiquariat:

  • Sofortige und in der Regel faire Bewertung
  • meist direkte Barzahlung
  • Abnahme größerer Mengen, ganzer Bibliotheken
  • Direktankauf auch von wertvollen Büchern
  • Persönlicher Kontakt mit dem Händler
  • Fachsimpeln und klönen über Bücher inbegriffen
  • keine Versandkosten
  • keine sonstigen Kosten wie z.B. Verkaufsprovisionen
  • Unvergleichliche Atmosphäre in einem Ladenantiquariat

Nachteile Verkauf an ein Antiquariat:

  • Meist kein Ankauf von „Massenware“
  • Romane so gut wie unverkäuflich
  • Ebenso meist kein Ankauf von Taschenbüchern
  • Relativ geringer Ankaufspreis
  • meist gibt es Antiquariate nur in größeren Städten

Übrigens sollten Sie sich so oft wie möglich das Vergnügen gönnen, in einem Ladenantiquariat zu stöbern: es macht Spaß, man findet oft spannende und wunderschöne Bücher, nach denen man gar nicht gesucht hat. Die Atmosphäre in einem Antiquariat ist einfach unbeschreiblich schön – ich liebe den Geruch alter Bücher und das Gefühl, einen wunderbaren Einband in den Händen zu halten. Der Antiquar oder die Antiquarin liebt es meist, zu fachsimpeln. Sie glauben gar nicht, was man da so alles erfährt – unbezahlbar. Und nicht zu vergessen: es macht einfach Spaß – zumindest, wenn man Bücher liebt!

Zwar kaufe und verkaufe auch ich über das Internet. Wenn ich aber in einem Ort mit Antiquariaten lande, dann kann mich Nichts und Niemand von einem Besuch abhalten. Und noch nie habe ich einen „Gebrauchtbücherladen“ ohne ein Buch wieder verlassen!

Habe ich schon erwähnt, dass es einfach Spaß macht, in einem Antiquariat zu stöbern? 🙂

Ich pflege in meinem Antiquariat die Spezialgebiete „Lippiaca“ (alles von und über das Land/Grafschaft/Fürstentum Lippe und den heutigen Landkreis Lippe in Nordrhein-Westfalen) sowie historische Rechnungen und Firmenpost. Falls Sie aus diesen Bereichen einmal etwas abzugeben haben: ich freue mich auf Ihre Angebote!

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Über Martina Berg (415 Artikel)
Gebrauchtbuchhändlerin, Fotografin, Autorin und Bloggerin aus dem Lipperland. Mein Internet-Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte finden Sie rechts im Menü.

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