„Solange du da bist“ von Marc Levy

Auch für junge Leser/innen geeignet

Marc Levys Debütroman „Solange du da bist“ handelt von einer tragischen Liebesgeschichte, die sich an eine reifere Zielgruppe richtet, durch die Verfilmung jedoch auch jüngere Leser/innen anspricht und in der Schule thematisiert wird, zum Beispiel in Form von Referaten. Auch für Buch-/Filmvergleiche oder als Buchvorstellung im Deutschunterricht ist der Roman geeignet.

Foto: unsplash

Worum geht es in dem Buch?

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Die Geschichte spielt in San Francisco, USA. Die junge Assistenzärztin Lauren überlebt einen Autounfall nur knapp. Seitdem liegt sie im Koma und wird durch Maschinen am Leben gehalten.

Ein paar Monate später zieht der Architekt Arthur in ihre ehemalige Wohnung und macht eines Abends eine unfassbare Entdeckung: Eine junge Frau sitzt in seinem Badezimmerschrank und behauptet, die Vormieterin des Apartments zu sein und nun bewusstlos im Krankenhaus zu liegen. Arthur fällt fast vom Glauben ab, gewöhnt sich aber nach und nach an seine neue Mitbewohnerin, die ihm fortan als Geist nicht mehr von der Seite weicht.

Als er seinem besten Freund Paul von der schrägen Situation erzählt, hält dieser ihn zunächst für verrückt, hilft ihm jedoch, eine Lösung für Laurens missliche Lage zu finden, besonders, als die beiden Gefühle füreinander entwickeln.

Inzwischen entscheidet sich Laurens Mutter nach Monaten vergeblicher Hoffnung, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen. Arthur fasst daraufhin den Entschluss, Laurens Körper aus dem Krankenhaus zu entführen, um sie vor dem sicheren Tod zu retten. Er bringt sie in sein Landhaus, in dem sie tatsächlich wiedererwacht, ohne sich jedoch an ihre gemeinsame Zeit als Geist erinnern zu können.

Der Film

Levys Roman wurde im Jahr 2005 vom US-amerikanischen Regisseur Mark Waters verfilmt. Die Rolle der Lauren (im Film Elizabeth) übernahm Reese Witherspoon, Mark Ruffalo spielte Arthur (in der Verfilmung David).

Die Geschichte folgt weitestgehend dem Buch, lediglich das Ende weicht von seiner Vorlage ab: Während Arthur seine geliebte Lauren aus dem Krankenhaus retten kann, scheitert dies im Film an der Security. Stattdessen gibt David ihr einen Kuss, woraufhin Elizabeth aus dem Koma erwacht, sich aber ebenfalls an nichts aus ihrer gemeinsamen Zeit erinnern kann. David eilt traurig aus dem Krankenhaus.

Der junge Architekt hat als Liebesbeweis einen prachtvollen Garten auf dem Dach von Elizabeths Wohnung angelegt, zu dem sie nach ihrer Entlassung geht. Dort nimmt er ihre Hand, was dazu führt, dass sie sich an alles erinnern kann. Die beiden küssen sich und erleben ihr Happy End.

Genre: Liebe, Leben, Leiden

Die Liebesgeschichte zwischen Lauren und Arthur steht bei Levy im Vordergrund und ist mit witzigen, aber auch dramatischen Wendungen gespickt. Besonders die Auseinandersetzung mit der Entscheidung, ob die lebenswichtigen Geräte weiterhin angeschlossen bleiben sollten, ist nicht nur für junge Leser/innen schwere Kost. Sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige stehen damit vor der schwierigen Entscheidung, das Leben zu schätzen oder einen Kranken von seinem Leid zu erlösen.

Auch andere Autoren/innen greifen die Thematik „Lebensverlängernde Maßnahmen“ und die folgenschweren Auswirkungen rund um schwerkranke Patienten/innen in ihren Werken auf.

Die Kraft der Vaterliebe

In Luke Allnuts Roman „Der Himmel gehört uns“ geht es um das junge Paar Anna und Rob, dessen Glück mit der Geburt ihres Sohnes Jack perfekt zu sein scheint. Im Alter von nur fünf Jahren wird bei diesem jedoch ein Hirntumor festgestellt, der zwar operativ entfernt werden kann, nach einigen Monaten jedoch aggressiver als zuvor zurückkehrt. Die Ärzte sehen nur lebensverlängernde Maßnahmen als einzige Möglichkeit, Jack am Leben zu halten. Rob kann dies nicht akzeptieren und macht sich auf die Suche nach einer Lösung. Dabei kommt er mit der Plattform „Hopes Place“ in Kontakt, die mit einer Spezialklinik in Prag Heilung verspricht. Gegen Annas Willen nimmt er Jack in die Hauptstadt der Tschechischen Republik mit, in der allerletzten Hoffnung, seinen Sohn zu retten.

Moralische Zwickmühle

Auch Priscille Sibley verarbeitet in ihrem Werk „Ich versprach dir die Liebe“ Leben und Leiden. Die Kindheitsfreunde Elle und Matt heiraten und wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Ein tragischer Unfall macht ihre Pläne jedoch zunichte, als Elle von der Leiter fällt und mit irreparablen Gehirnverletzungen ins Koma fällt. Eigentlich möchte Matt ihren Wunsch, auf lebenserhaltende Maßnahme zu verzichten, erfüllen, ändert seine Meinung jedoch, als er erfährt, dass sie ein Kind von ihm erwartet. Von da an versucht er, ihrer beiden Leben zu retten und wird von der Frage nach richtigem und falschem Handeln gequält und verfolgt.

Über den Autor

Marc Levy wurde am 16. Oktober 1961 in Boulogne-Billancourt, einer französischen Gemeinde südwestlich von Paris, geboren. Im Alter von 23 Jahren zog er nach San Francisco, wo er bis 1991 arbeitete und lebte. Er ist gelernter Architekt, kam jedoch als Sohn eines Verlegers früh mit dem Verlagswesen in Kontakt. Heute wohnt er mit seiner Lebensgefährtin und mit seinem Sohn als freier Schriftsteller in New York.

Sein erster Roman „Solange du da bist“ erschien 2002 beim deutschen Aufbau Verlag und wurde 2005 von US-amerikanischen Filmregisseur Mark Waters verfilmt.

Geschenkidee

Ob Weihnachten oder Geburtstag, Jung oder Alt: Bücher sind eine gute Geschenkidee, um seinen Liebsten eine Freude zu machen.