Historische Rechnungen und Firmengeschäftsbriefe sind oft nicht nur optisch und heimatgeschichtlich interessant, sondern haben auch manchmal bemerkenswerte, aus heutiger Sicht durchaus kuriose Inhalte.
Bei der Durchsicht einiger Neueingänge fand ich diese Reparaturrechnung eines Pelzgeschäftes, die mich beim genauer Durchlesen dann doch etwas irritierte:
Falls man den Text auf dem Scan nicht richtig lesen kann, hier die „Abschrift“:
Katzenmantel m. zwei zugegebenen Katzen und zwei weiteren Katzenfellen gut durchrepariert, Taschen- und Ärmelkanten neu mit Leder eingefaßt, Seidenfutter repariert. 84,– Mark
Da frage ich mich doch, was „zwei zugegebene Katzen“ bedeutet?! Hat die Kundin ihre Hauskatzen dem Kürschner zur Verarbeitung gleich mitgeliefert? Wurden diese beiden Katzen eventuell eigens zu diesem Zweck gezüchtet? Schließlich waren in der Nachkriegszeit im Jahr 1947 ja fast alle Dinge noch knapp.
Arm war die Dame scheinbar jedenfalls nicht: zusätzlich zum Katzenmantel hatte sie auch noch einen Sealkaninmantel, der von Oswald Reinhardt aus Leipzig ebenfalls repariert wurde:
Sealkaninmantel m. Fell und Futter repariert, Knöpfe befestigt. 38,50 Mark.
Insgesamt 122,50 M. Netto!
Beide Pelz- beziehungsweise Fellmäntel wurden für die damals recht stattliche Summe von 122,50 Mark wieder in einen wohl tragbaren Zustand versetzt.
Und der Betrag war Netto zu zahlen – gab es damals noch keine Mehrwertsteuer? Welch paradiesischen Zeiten!
Werden eigentlich heute auch noch Mäntel aus Katzenfellen hergestellt? Hier in Deutschland würde die Trägerin eines solchen Kleidungsstückes aber wohl gut daran tun, dies nicht öffentlich zu verkünden.
Sie interessieren sich für „Historische Rechnungen“? Hier finden Sie meinen Artikel zum Thema „Historische Rechnungen als Sammelgebiet“.
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