Badekomfort anno dazumal

Ich liebe es ganz besonders, in alten Werbeanzeigen zu schmökern. Heute fiel mir eine Anzeigenseite aus einer alten Illustrierten aus der Zeit um 1890 in die Hände. Die dort angepriesenen Badewannen fand ich besonders interessant:

Mit dem Modell hinten links („Ueber 40.000 Wellenbadschaukeln verkauft!“) konnte man schon mal für die nächste Kreuzfahrt trainieren. Hauptsache, die Schaukelei verursachte nicht bereits im heimischen Badezimmer eine ungesunde Grünfärbung des Gesichts und unfreiwillige Magenentleerungen (sprich: Seekrankheit).

Hinten rechts sitzt ein Herr auf einem Küchenstuhl in einem runden Etwas – ich vermute mal, dass es sich dabei eher um eine Kleinsauna als um eine Badewanne handelte.

Und die Wanne mit den schönen Füßen nebst Badeofen im Vordergrund erinnert mich tatsächlich an meine Kindheit (nein, ganz so alt bin ich doch nicht). Auch bei uns stand in den 1960er-Jahren noch so ein Badeofen der mit Holz geheizt werden mußte, damit es warmes Badewasser gab. Die Heißwassermenge war begrenzt und das Heizen auch recht mühsam. Darum wurde nur einmal die Woche (am Samstag) gebadet und wir Kinder kamen entweder zusammen in die Wanne oder nacheinander – im gleichen Wasser!

Heute habe ich gar keine Wanne mehr in meinem kleinem aber feinen Badezimmer. Ich dusche einfach viel lieber! Und das liegt mit Sicherheit nicht an meinen Bade-Erlebnissen als Kind – ich habe die samstäglichen Badetage geliebt!

Über Martina Berg (416 Artikel)
Gebrauchtbuchhändlerin, Fotografin, Autorin und Bloggerin aus dem Lipperland. Mein Internet-Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte finden Sie rechts im Menü.

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