Poesiealben und Glanzbilder – ein romantisches Sammelgebiet

Omas Sammelbildchen heißen Glanzbilder, Oblaten, Vielliebchen, Liebesmarken oder Rosenbilder. Heute sind sie außer Mode, werden aber immer noch gesammelt.

Heute gibt es sie kaum noch: die schön gebundenen Poesiealben, die man seinen Freunden anvertraute, damit diese einen Sinnspruch zur Erinnerung hineinschrieben. Verdrängt wurden sie von industriell gefertigten, vordruckähnlichen „Freundesbüchern“. Die dort enthaltenen Fragen zu beantworten ist nicht so mühsam, wie die leeren Seiten eines Poesiealbums zu füllen.

Poesiealben sind Fundgruben sinnreicher Sprüche

So sind die alten Poesiealben wahre Fundgruben sinnhafter, kitschiger und manchmal auch aus heutiger Sicht peinlicher Sprüche wie:

  • „Dem Fröhlichen gehört die Welt, die Sonne und das Himmelszelt.“
  • „Es begleite Dich täglich ein funkelnder Stern, der Glaube, die Liebe, der Segen des Herrn.“
  • „Rosen, Tulpen, Nelken, alle drei verwelken, Stahl und Eisen bricht, aber unsere Freundschaft nicht“.
  • „Vor Dir tanzt in der Sonne der kleinen Mücken Schwarm zum Dank für Lebenswonne ist keins zu klein und arm.“

Darunter stand dann meist noch eine Art Gruß wie „Zur Erinnerung an Deine Mitschülerin“ oder „Zum Andenken an Deine Schulzeit“, der Name des Schreibers und das Datum des Eintrages. Der Spruch stand meist auf dem rechten Blatt des Albums, das linke Blatt wurde in der Regel durch eine oder mehrere aufgeklebte Oblaten verziert. Nicht immer paßte das gewählte Motiv des bunten Bildchens zum gewählten Spruch. Das störte den Eigentümer des Albums aber meist nicht wirklich – Hauptsache, das Bild war möglichst bunt und glänzend.

 

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